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Niederwil (Oberbüren)
15.06.2022
16.06.2022 14:59 Uhr

Karl Schönenberger gibt GPK-Präsidium ab

Karl Schönenberger hat nach acht Jahren GPK wieder mehr Zeit für seine Hobbys. Bild: zVg.
Acht Jahre sass Karl Schönenberger aus Niederwil in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) der Katholischen Kantonalkirche St.Gallen, die letzten vier Jahre wirkte er als Präsident. An der Sommersession des Kollegiums vom 21. Juni gibt er diesen Posten ab. Er bereut es nicht, das Amt ausgeübt zu haben.

Acht Jahre sass Karl Schönenberger aus Niederwil in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) der Katholischen Kantonalkirche St.Gallen, die letzten vier Jahre wirkte er als Präsident. An der Sommersession des Kollegiums vom 21. Juni gibt er diesen Posten ab. Er bereut es nicht, das Amt ausgeübt zu haben.

«Als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission geht es nicht darum, sich zu profilieren», sagt der 69jährige Karl Schönenberger. Wenn man als GPK dem Administrationsrat (Exekutive) oder der Verwaltung der Katholischen Kantonalkirche St.Gallen auf die Finger klopfe, dann keinesfalls aus der Motivation heraus, den Konfessionsteil schlecht hinzustellen. «Uns geht es immer um die Sache und darum, Schaden vom Konfessionsteil abzuwenden.»

Acht Jahre lang hat Schönenberger in seiner Rolle hinter den Kulissen Einfluss nehmen können. Damit ist jetzt Schluss, er hat die in der Geschäftsordnung vorgegebene maximale Frist als GPK-Mitglied erreicht. Ob er ohne diese Regelung noch länger bleiben würde? «Ja und Nein», meint er mit einem verschmitzten Lächeln. «Ich habe viel gearbeitet in meinem Leben und möchte jetzt Schritt für Schritt meine Ämter abgeben.» Tritt er nun aus der GPK aus, so wird er voraussichtlich noch als Kirchenverwaltungsratspräsident in Niederwil weiterwirken und auch das Präsidium im Zweckverband der Seelsorgeeinheit Oberbüren-Niederbüren-Niederwil beibehalten. Noch offen lässt er seinen Verbleib im Kollegium.

Mehr machen können als ein «gewöhnliches» Kollegiumsmitglied

Besonders gut gefallen hat Karl Schönenberger in seiner GPK-Funktion, detaillierter in Arbeitsbereiche hineinsehen zu können, als ein gewöhnliches Kollegiumsmitglied dies kann. Ein wiederkehrendes Thema beispielsweise seien Subventionen für Kirchenbauten. Wenn man sich als GPK-Mitglied solche Objekte anschauen könne, sei das für jemanden wie ihn, der sich geschichtlich und kulturell interessiere, sehr spannend. «So bin ich im ganzen Kanton herumgekommen und durfte viele Leute kennenlernen.»

Auch personelle Angelegenheiten bekommt man in der GPK hautnah mit. Und man darf die Geschäftsführung von Administrationsrat und Verwaltung prüfen sowie den Finanzhaushalt kontrollieren. «Dabei zählen wir aber keine Fünferli, sondern konzentrieren uns auf die grundlegenden Linien», so Karl Schönenberger.

Durchaus kann es bei gewissen Angelegenheiten verschiedene Interpretationen geben. Manchmal werde auch die GPK eines Besseren belehrt, zumal diese sich immer nur auf die Protokolle stützen könne und erst darauf aufmerksam gemacht werden müsse, was es noch zu berücksichtigen gäbe. Auf zwei Sachen hingegen habe die GPK, und das sei kein Geheimnis, schon länger hingewiesen: auf ein internes Kontrollsystem, das nun im Aufbau ist, und auf den im Jahr 2021 erfolgten Erlass von Verhaltensrichtlinien, sodass die Mitarbeitenden beispielsweise wüssten, wie mit der Annahme von Geschenken umzugehen sei. «Nur weil wir katholisch sind, machen wir nicht alles richtig.»

Jede Zusage ein Glücksfall

Kommendes Jahr stehen die Gesamterneuerungswahlen an. Ziel des Katholischen Konfessionsteils ist es, vermehrt junge Menschen für Ämter zu begeistern. Auch wenn Karl Schönenberger ein Engagement in einer GPK allen nur empfehlen kann, so hat er seine Zweifel: Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, liege angesichts der heutigen Individualisierung nicht mehr im Trend. Hierbei gehe es der Politik und den Vereinen gleich wie der Kirche. Jede Zusage sei heute ein Glücksfall. Er selbst habe oft zugesagt, ohne sich vorher viele Gedanken zu machen. So sei er auch einmal zwölf Jahre lang Schulratspräsident in Niederwil gewesen. Heute überlegen die Menschen gemäss Schönenberger viel mehr, was die Zusage zu einem Amt bedeuten würde.

Tritt er nun aus der GPK zurück, bleibt ihm wieder mehr Zeit für anderes. «Ich habe viele Hobbys», sagt Karl Schönenberger und nennt Stichworte wie Velofahren, Bergsteigen oder Familienforschung. Zudem ist der dreifache Vater auch zweifacher Grossvater. «Es ist mir nie eine Minute langweilig.»

kathsg.ch / Roger Fuchs