Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
In-/Ausland
06.07.2022

Von Energiemärkten geht Rezessionsgefahr aus

"Kein Lichterlöschen" für die Schweizer Wirtschaft, meint die UBS. Viel hängt aber von den Gas-Lieferungen ab. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Konjunkturausblick – Inflation, globale Lieferengpässe sowie die restriktivere Geldpolitik bremsen die Schweizer Wirtschaft etwas aus. Ein Abschlittern in eine Rezession ist laut den Ökonomen der Grossbank UBS nicht zu befürchten, zumindest solange Russland weiterhin Gas liefert.

Der Schweizer Wirtschaft dürfte eine "weiche Landung" gelingen, schreibt die UBS am Mittwoch im "Outlook Schweiz". Die unsichere Konjunkturlage sowie der Ausstieg der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus der expansiven Geldpolitik dürften also nicht zu einer Rezession führen. Rezessionsgefahr geht allerdings von den Energiemärkten aus.

Gaslieferstopp als Risiko

Kurzfristig könnte laut UBS ein Ausfall der Energielieferungen aus Russland den Konjunkturausblick stärker eintrüben. Denn ein umfassendes Embargo oder gar ein abrupter Stopp russischer Lieferungen hätten Gasrationierungen und stark steigende Energiepreise zur Folge, befürchtet UBS-Ökonom Alessandro Bee.

Immerhin belasten laut Bee höhere Energiepreise die Schweizer Wirtschaft weniger stark als das etwa in Europa der Fall ist. Und auch die Energieausgaben der hiesigen Haushalte seien im Vergleich zu den Gesamtausgaben nur halb so hoch wie in der EU. Das würde einen möglichen konjunkturellen Rückschlag hierzulande dämpfen.

Derzeit rechnet Alessandro Bee nicht damit, dass Russland den Gashahn zudreht. Das Risiko dafür sei allerdings gestiegen, sagte er an einer Telefonkonferenz.

Tiefere BIP-Prognosen

Angesichts des eingetrübten Konjunkturumfelds schraubt die UBS ihre Prognosen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Schweiz leicht herunter. Neu rechnen die Ökonomen der Grossbank im laufenden Jahr mit einem BIP-Wachstum von 2,4 Prozent nach bislang erwarteten 2,5 Prozent.

Im 2023 dürfte sich das Wachstum laut UBS auf 0,9 Prozent abschwächen. Hier war die Grossbank zuletzt von einem BIP-Anstieg von 1,5 Prozent ausgegangen. Diesen Annahmen liegt eine mehr oder weniger stabile Entwicklung der Energiepreise zugrunde.

Bezüglich Inflation gehen die Ökonomen für die Schweiz für 2022 von einer Teuerung von 2,7 Prozent und im kommenden Jahr von 1,5 Prozent aus. Die SNB habe früh und noch vor der Europäischen Zentralbank (EZB) damit begonnen, die Zinsen im Kampf gegen die Inflation anzuheben, sagte UBS-Chefökonom Daniel Kalt.

Kalt geht davon aus, dass die SNB diese entschlossene Geldpolitik fortsetzen und die Leitzinsen bis März 2023 auf 0,75 Prozent erhöhen wird. Mitte Juni hatte die SNB den Leitzins überraschend um 0,50 Prozentpunkte auf -0,25 Prozent angehoben.

Keystone-SDA