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Wirtschaft
19.07.2022
19.07.2022 06:51 Uhr

Wie kann man sein Geld vor der Inflation schützen?

Die Inflation reduziert den Wert und die Kaufkraft. Bild: pixabay.com
Während einer Inflation verliert das Geld an Wert und Kaufkraft – auch das angesparte Vermögen wird also weniger. Wie kann man sein Geld vor der Inflation schützen?

Der Begriff Inflation stammt vom lateinischen Wort „inflare“ ab, was „aufblähen“ bedeutet. Bei einer Inflation bläht sich die Geldmenge also auf, die im Umlauf ist – sie nimmt zu. Doch je mehr Geld im Umlauf ist, desto geringer ist dessen Kaufkraft. Dass die Kaufkraft des Geldes Jahr für Jahr etwas sinkt, ist vollkommen normal und sogar gewollt – 0 bis 2 Prozentpunkte liegen dabei völlig im Rahmen.

Aktuell verzeichnen wir allerdings eine Inflationsrate von rund 3,4 % (Juni 2022). Dieser massive Anstieg der Preise führt dazu, dass sich die Bevölkerung immer weniger leisten kann. Während sich kleine Inflationsraten durch Zinsen und Tariferhöhungen im Job noch gut ausgleichen lassen, stellt uns die aktuell hohe Rate vor Herausforderungen – ist es überhaupt noch möglich, sein Geld zu schützen?

Für Verbraucher wird die hohe Inflation tagtäglich spürbar, etwa im Supermarkt oder an der Tankstelle. Doch der Wertverfall des Frankens macht sich nicht nur im Alltag bemerkbar – auch das Vermögen schrumpft.

Dies zeigt sich an einer ganz einfachen Beispielrechnung: Wer im Juni 2021 10.000 Franken auf einem Sparbuch geparkt hat, hat heute auf dem Papier immer noch 10.000 Franken. Doch diese 10.000 Franken sind inzwischen deutlicher weniger wert. Als Besitzer konnte man sich dafür im Juni 2022 3,4 % weniger Güter und Dienstleistungen kaufen. Die Kaufkraft der 10.000 Franken ist innerhalb eines Jahres also auf die Kaufkraft von rund 9.660 Franken gefallen.

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern und zu den USA, ist die Inflation hierzulande noch überschaubar. Doch auch die Schweiz verzeichnet einen historischen Wert, und Anleger fürchten um ihr Vermögen.

Tagesgeldkonten und andere festverzinste Anlagemodelle verschaffen nur bedingt Abhilfe. Auch wenn die EZB langsam von ihrer Niedrigzinspolitik ablässt, sind die Zinsen auf Geldeinlagen nichts als ein Tropfen auf den heissen Stein.

Wie kann man sein Vermögen nun vor dem Wertverfall bewahren?

Mit Börseninvestments gegen die Inflation

Im Grunde gibt es für Anleger nur einen Weg, die Kaufkraft ihres Vermögens zu erhalten. Sie müssen Geldanlagen auswählen, deren Rendite die Inflationsrate erreichen oder sogar übersteigen. Auch an der Börse geht es derzeit eher turbulent zu, doch gerade das kann gute Chancen für Einsteiger bedeuten, denn: Wer billig einkauft und irgendwann teuer verkauft, macht Gewinn. Der Börsenhandel ist allerdings komplex, weshalb man sich vorab gut informieren sollte.

Die verschiedenen Börsenkurse erklärt TradingFuerAnfaenger.de, aber was sollte man als Anleger beachten, um sein Geld vor der Inflation zu schützen?

Kapital speichern

Jeder träumt davon, mehr aus seinem Geld zu machen. In Zeiten überdurchschnittlich hoher Inflation lautet das erste Etappenziel jedoch: den Wert des Kapitals speichern. Dies ist vor allem mit Immobilien und Gold möglich – beides gilt als solider und weitgehend krisensicherer Wertspeicher. Durch geschickte Investitionen lässt sich der Wert und damit auch die Kaufkraft des Geldes bewahren.

Wie aber geht man vor, wenn man trotz Inflation davon träumt, sein Kapital zu vermehren?

Kapital vermehren

Auch während einer Inflation ist es möglich, sein Kapital effizient zu vermehren. Dabei müssen Anleger jedoch geschickt vorgehen und sie sollten sich im besten Fall viel Börsenwissen aneignen. So lässt sich am besten ermitteln, welche Art der Investition sich gerade besonders rentiert.

Zudem sollte man sich im Klaren darüber sein, ob man auf kurzfristige, mittelfristige oder langfristige Gewinne aus ist. Je nach Anlagehorizont eignen sich unterschiedliche Anlagestrategien und Finanzinstrumente.

Vorsicht bei Stagflation und Rezflation

Bei den beiden Begriffen Stagflation und Rezflation handelt es sich um Kunstbegriffe. Von einer Stagflation spricht man, wenn nicht nur eine Inflation auftritt, sondern auch die Wirtschaft stagniert – steigende Arbeitslosenquoten dienen dazu als Indiz. Stagniert nicht nur die Wirtschaft, sondern schrumpft sie sogar, nennt man dies Rezession. Tritt die Inflation während der Rezession auf, ist von einer Rezflation die Rede. In diesem Fall können Regierungen mit Steuersenkungen reagieren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Selbst während einer stagnierenden oder schrumpfenden Wirtschaftsphase gibt es Finanzinstrumente, die lukrativ für Anleger sein können – z. B. Derivate, bei denen man nicht nur auf steigende Kurswerte, sondern auch auf fallende Kurse setzen kann. Diese Art der Investition erfordert allerdings viel Wissen und Übung.

pd / gossau24.ch