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Bildung
29.06.2020

PHSG: „Lehrlinge“ für die Oberstufe

Die Pilot-Lehrlinge am OZ Buechenwald (v.l.): Michael Schiess, Iva Dilerovic, Luana Oderbolz und Federica Bordini mit ihrer Betreuerin Claudia Jakob und Schulleiter Thomas Eberle.
Die PHSG hat mit „Partnerschule 2.0“ ein Pilotprojekt zur Verbesserung der berufspraktischen Ausbildung der angehenden Oberstufenlehrkräfte gestartet. Die Gossauer Oberstufenzentren Rosenau und Buechenwald dienen als Pilot-Partner.

Das OZ Buechenwald ist zusammen mit dem OZ Rosenau Teil des Projektes „Partnerschule 2.0“, das die Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG) im letzten Herbst lanciert hat. Nachdem ein Projekt, bei dem Studierende des Kindergarten- und Primarstudiums einer einzelnen Partnerschule zugeteilt wurden und alle Praktika in der gleichen Schuleinheit absolvierten, erfolgreich abgeschlossen werden konnte, hat die PHSG die Idee jetzt auf die Sekundarschulstufe transferiert.

Fünf Pilot-Studierende in den Gossauer Oberstufenzentren
„Wir haben schon seit vielen Jahren Praktikantinnen und Praktikanten der Pädagogische Hochschule St. Gallen bei uns für jeweils einige Wochen zu Gast, die im OZ Buechenwald eines ihrer Praktika absolvieren“, erklärt Thomas Eberle, Leiter des Oberstufenzentrums Buechenwald in Gossau. „Seit einem halben Jahr haben wir vier Studierende der PHSG bei uns, die im OZ Buechenwald nicht nur ein einzelnes Praktikum, sondern gleich ihre gesamte berufspraktischen Ausbildung geniessen.“ Im OZ Rosenau ist es eine PHSG-Absolventin, welche dort die nächsten fünf Semester einen grossen Teil ihrer Ausbildung geniessen wird, wie Schulleiter Roger John verrät.
Damit sind in den zwei Oberstufenschulhäusern der Schulgemeinde Gossau insgesamt fünf angehende Oberstufenlehrpersonen „unterwegs“, die ihre berufspraktische Ausbildung vom 4. bis 8. Semester in „nur“ einem Schulhaus absolvieren. Im Rahmen des Projektes „Partnerschule 2.0“ umfasst die berufspraktische Ausbildung nicht nur die zwei mehrwöchigen Praktika, sondern auch die Mitwirkung an Sondertagen, die Teilnahme an Lagern und allenfalls die Übernahme von Stellvertretungen. Geplant ist, dass, dass diesen Sommer pro Oberstufenzentrum in Gossau weitere Studierende hinzustossen. Die Bewerungsphase dazu läuft in diesen Tagen an.

Viele Vorteile für alle Beteiligten
Die Nachfrage der PHSG bei den beiden Gossauer Oberstufenzentren, ob sie sich als Pilotschulen am Projekt Partnerschule 2.0 beteiligen wollten, stiess auf grosses Interesse. Thomas Eberle: „Wir sehen im Projekt sehr viele Vorteile gegenüber der bisherigen Situation. So sind die Praktika besser planbar, die Studierenden erhalten einen vertieften Einblick in den Schulbetrieb, sie werden viel besser in den Schulbetrieb integriert und sind viel näher am Schulalltag.“ „Weil sie über fünf Semester hinweg in der gleichen Klasse ihre berufspraktische Ausbildung geniessen, erleben sie die Entwicklung, welche eine Schulklasse im Verlauf der Jahre durchmacht, aus nächster Nähe“, ergänzt Roger John. „Und was wir nicht vergessen dürfen: Wir als Schulleiter können die Studierenden im Schulalltag als möglich künftige Lehrkräfte genau beobachten und auf Herz und Nieren prüfen.“ Zudem, so Eberle, könnten die Studierenden, die sich übrigens selbst beworben und von den Schulleitungen rekrutiert und ausgewählt wurden, für „diverse Einsätze auch ausserhalb der ordentlichen Praktika“ engagiert werden. Eberle denkt dabei zum Beispiel an bezahlte Aushilfslektionen oder Lagerbegleitungen.

Betreuung durch Lehrpersonen
Die fünf PHSG-Studierenden, welche in den nächsten Monaten und Jahren ihre Praxisausbildung in den beiden Gossauer Oberstufenzentren erhalten, werden im Schulzimmer von den Lehrkräften „ihrer“ Klassen betreut. Daneben kümmern sich aber mit Danielle Brugger (OZ Rosenau) und Claudia Jakob (OZ Buechenwald) zwei so genannte Praxisdozenten intensiv um die „Lehrlinge“. Die beiden absolvieren jobbegleitend eine einjährige Ausbildung, welche sie so zu sagen als „Aussendienst-Mitarbeitende“ der PHSG befähigt, die Studierenden zu begleiten und ihre Einsätze zu koordinieren.
Federica Bordini, Iva Dilberovic, Luana Asia Oderbolz, Sina Graf und Michael Schiess haben ihre Pilot-Praktika an den Oberstufenzentren Anfang Februar 2020 begonnen. Stellvertretend für ihre drei Kolleginnen und ihren Kollegen meint Luana Oderbolz, dass sie sich vom Mitmachen am Pilotprojekt zahlreiche Vorteile erhofft. „Wir investieren im Vergleich mit unseren Mit-Studierenden doch einige Stunden mehr in den praktischen Teil unserer Ausbildung. Die Zeit ist aber gut investiert, weil wir durch die starke Integration ins Team und die längere Verweilzeit in den Klassen einen viel besseren Einblick in unsere spätere Tätigkeit erhalten. Wir lernen neben dem <normalen Schulgeben> zahlreiche andere Facetten des Schulalltages kennen, was uns den späteren Start ins Berufsleben mit Sicherheit erleichtern wird.“(pd)

PHSG
Die Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG) ist für die Ausbildung des Lehrernachwuchses für den Kanton St.Gallen zuständig. An den Standorten St. Gallen, Rorschach und Gossau werden pro Jahr von 260 Dozierenden rund 1300 angehende Kindergarten-, Primarschul- und Sekundarschullehrkräfte ausgebildet. Das Bachelor-Studium Kindergarten- und Primarstufe dauert sechs Semester, das Bachelor-Master-Studium Sekundarstufe I dauert gesamthaft neun Semester.

Die Pilot-Lehrlinge am OZ Rosenau: Sina Graf (Mitte) mit ihrer Betreuerin Danielle Brugger und Schulleiter Roger John.
Schule Gossau