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Kultur
16.09.2022

Schlagfertige Poeten eröffnen U20-Slam-Meisterschaften

Bild: pd
Am Freitag, 16. September, findet die Auftaktveranstaltung für die deutschsprachigen U20-Meisterschaften im Poetry Slam in St.Gallen statt. Eine Woche darauf beginnt der Dichterwettstreit mit 72 nationalen und internationalen Jungpoeten offiziell.

Der Auftakt zur grossen Meisterschaft findet in der Grabenhalle St.Gallen statt. Mit dabei sind Levin Simmet, Jonas Balmer, Marie Radkiewicz, Benjamin Poliak, Bob Reinert, Linux Wedemeyer, Mia Ackermann und Carolin Göbel. Alle von den Poeten haben ebenfalls als U20er in die Welt des Slams gestartet und erinnern sich gerne daran.

«Das Zugehörigkeitsgefühl gab mir Selbstvertrauen»

«Meine ersten U20-Vorrunden waren eine wunderbare Gelegenheit, die entdeckte Freude am Poetry Slam auf eine sehr zugängliche Weise weiterzuverfolgen. Ich denke sehr gerne an die Erfahrungen im U20-Bereich zurück. Es war die Zeit, in der ich mich das erste Mal mit eigenen Texten auf Bühnen ausprobiert habe», sagt Jonas Balmer, deutschsprachiger U20 Slam Champion 2015.

Er sagt, die U20-Szene habe ihm auf verschiedenen Ebenen viel gebracht. «Einerseits viele schöne Begegnungen mit tollen Menschen, die heute Freunde sind, andererseits entstand ein Zugehörigkeitsgefühl, welches mir viel Selbstvertrauen gab. Auf der künstlerischen Ebene war die U20-Szene die Initialzündung, mich intensiver mit dem Schreiben auseinanderzusetzen», so Balmer.

«Feedback war mein Motor»

Nebst Jonas Balmer hat auch Gina Walter im U20 mit Slam begonnen. «Mir tat es gut, wenn meine Texte gut ankamen. Das Feedback des Publikums war mein Motor in dieser Zeit. Ausserdem lernte ich erstmals andere Poeten kennen, habe erste Slam-Freundschaften schliessen können – das war richtig schön», sagt Walter.

U20 habe ihr viel gebracht. «Meine ganze Slam-Karriere wurde dadurch gestartet. Ohne den Erfolg im U20 hätte ich nicht weitergemacht», sagt sie.

«Weniger allein während der Pubertät»

Caterina John hat sich in der Szene auch gut finden können. «Nach einem Workshop in der Schule hatte ich Lust, auf eine Bühne zu gehen und habe an einer U20-Vorrunde teilgenommen. Ich war mit Abstand die Jüngste und sehr nervös. Ich hatte aber das Gefühl, meine Texte werden zum ersten Mal wirklich gehört, man hat mir zugehört. Das gefällt mir noch heute», so John.

Sie sagt, als Jugendliche hätte ihr der U20-Slam vor allem ein Ventil gegeben und das Gefühl, dass ihre Ängste und Träume gehört werden würden. «Ich konnte etwas teilen und fühlte mich in der mühsamen Phase der Pubertät weniger allein», sagt sie. 

Mit Geschichten von ehemaligen U20-Poeten zeigt sich, wie wichtig Poetry Slam in diesen jungen Jahren sein kann und was daraus entstehen kann. Wer also die ehemaligen und jetzigen U20-Poeten live erleben möchte, kann sich jetzt noch ein Ticket für die Events sichern.

Alle Events finden sich auf der Website www.u20slam22.ch, dort können auch Tickets für alle Veranstaltungen ergattert werden. 

Am 22. September beginnen dann die U20-Meisterschaften im Poetry Slam. Insgesamt sind 60 Jung-Poeten nach St.Gallen eingeladen.

Im vergangenen Jahr fanden mehrere kantonale U20-Finale statt, dessen Gewinner für den jeweiligen Kanton an den deutschsprachigen Meisterschaften starten darf.

Folgende Slam Poeten haben sich qualifiziert: Annika Biedermann (Zürich), Damian Meister (Bern), Fjord (Zürich), Jessica Barthel (Aargau), Julie Roth (St.Gallen), Kim Neudeck (Basel), Nadine Studer (Solothurn).

Bereits an den Schweizer Meisterschaften im Poetry Slam im vergangenen April hat sich die Schweizermeisterin im U20-Slam Fine Degen qualifiziert.

pez/pd