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Sport
12.10.2022

Mit Brett und Feder zum Erfolg

Bild: Pascal Schönenberger
Vor gut eineinhalb Monaten fand im Baselbiet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt und die Toggenburger Schwinger konnten dank einem harten Athletiktraining ihren grössten Triumpf seit Jahren feiern. Mittverantwortlich für diesen Erfolg ist der Athletiktrainier Robin Städler. Bereits in dieser Woche hat er, nach einem Monat Pause, mit den Schwingern das Training wieder aufgenommen.

Sypoba und Gatepress – das Erfolgsmittel

Der Engadiner Robin Städler ist einer der bekanntesten Konditions- und Athletiktrainer im Schweizer Sport. Mit Sarah Meier, Jörg Abderhalden, Jonas Hiller, Timo Helbling, Patrick Fischer oder auch mit Swiss Ski und dem Hockeyclub Davos konnte er diverse Erfolge feiern. Nun ist er seit 2019 der Athletikcoach der Toggenburger Schwinger und bereits nach zwei respektive drei Jahren konnte er mit den Schwingern weitere Erfolge feiern. Damian Ott, Marcel Räbsamen und Werner Schlegel, sowie weitere Toggenburger Athleten trainieren mehrmals wöchentlich in seinem Trainingslokal in Jona SG.

Der Fitnesspionier entwickelte vor rund zwanzig Jahren sein Sypoba Brett, wo er Athleten im Leistungssport trainiert. Dank der Rolle und dem Brett müssen die Sportler, inklusive dem Trainingsgewicht oder einer Hantel, immer in der Balance trainieren. Diese Balance führt dazu, dass die Schwinger sämtliche Muskeln in ihrem Körper aktivieren müssen und auch durch die ständige Balance gefordert werden. Dass Robin Städler innovativ ist, merkt man schnell, wenn man sein Training anschaut. «Ich möchte immer nur das Beste für den Athleten herausholen und neue Trainingsmethoden ausfindig machen» sagt Robin Städler. So entwickelte er in Zusammenarbeit mit seinen Sportlern das neue Trainingsgerät, die Gatepress. Eine Art Metallstab mit einer Feder dazwischen, welche man mit Druck zusammenpresst. Das kleine Trainingsgerät aktiviert wie das Sypoba Brett die kleinsten Muskeln und hat einen enormen Effekt.

Robin Städler der Erfinder und Tüftler

Städler war schon immer ein Tüftler und Erfinder. Vor rund zwanzig Jahren brachte er das Sypoba Brett auf den Markt, welches nun überall in den Physiotherapie- und Fitnesscentern verwendet wird. Mit seinen Trainingsmethoden geht er aber immer seinen eigenen Weg, aber immer mit Erfolg. Als er selbst Schmerzen im Beckenbereich verspürte, kam ihm die Idee auf, ein Gerät für das Beckenbodentraining zu entwickeln. «Das Becken ist ein zentraler Punkt im Körper und somit ist es auch wichtig, dass dieser Bereich immer gestärkt ist», so Städler. Mit der Gatepress hat er ein einfaches Hilfsmittel für das Beckenbodentraining erfunden. Dank der Arbeit mit einer Feder ist das Training für das Becken sehr intensiv und mit nur sechs Minuten Training am Tag kann man sein Becken optimal trainieren. «Die Gatepress hilft aber nicht nur den Beckenboden zu trainieren, sondern auch das Problem von Inkontinenz kann man so in den Griff bekommen» erklärt der Engadiner. Inkontinenz ist ein gesellschaftliches Tabuthema und trotzdem haben viele Menschen Problem, um kontrolliert Wasser zu lösen oder den Stuhl abzugeben. Dank seiner Erfindung kann man so vielen Menschen helfen. Aber auch bei der Rückbildung nach einer Geburt oder bei der Stärkung des eigenen Körpergefühls kann die Gatepress helfen. «Das Gerät kann jede Person anwenden und durch das Training seinen Körper stärken» meint Robin Städler. So konnte er auch dem Kilchberger Sieger Damian Ott bei seinen Rückenbeschwerden helfen.

Zurück im Training

Nach einem Monat Pause stehen die Toggenburger Schwinger mit dem Gatepress wieder auf dem Sypoba Brett bei Robin Städler im Training. «Die letzten drei Jahre waren echt cool mit den Jungs und mit den drei Kränzen am Eidgenössischen Schwingfest, sowie dem Sieg am Kilchberger Schwinget 2021. Somit eine erneute Bestätigung und ein Erfolg für mein Training» erklärte Städler in seinem Trainingslokal. Nun freuen sich die Schwinger und der Bündner selbst auf ein spannendes, hartes, aber auch intensives Wintertraining. Denn wie man bekanntlich sagt, «nach der Saison ist vor der Saison» und wer da die Balance verliert, hat es im nächsten Sommer nicht einfach.

Pascal Schönenberger