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Kanton SG
26.11.2020
26.11.2020 11:13 Uhr

Motionäre sind zufrieden: Rückzug der Motion

Die Motionäre sind erleichtert und erfreut über den Regierungsbeschluss. Sie ziehen ihre Motion "Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG) im Klassenverband erteilt durch die Schule" zurück.

Die Motionäre Sandro Wasserfallen (Kantonsrat SVP, Sekundarlehrer), Ruedi Blumer (Kantonsrat SP, Verbandspräsident und ehem. Schulleiter) und Kathrin Frick (Kantonsrätin FDP, Schulratspräsidentin) teilen mit:

"Seit der Einführung des neuen Lehrplans im Sommer 2017 unterrichten im Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» (ERG) sowohl Lehrpersonen der Schule wie auch der beiden Landeskirchen – eine schweizweit einzigartige Sonderlösung. Aktuell entscheiden die Eltern, bei wem ihr Kind ab der 3. Primarklasse dieses Wahlpflichtfach besucht. Aus pädagogischen, politischen und organisatorischen Überlegungen wurde diese Praxis durch die Motionäre und sämtliche Bildungsverbände wiederholt kritisiert. Im Mai 2020 wurde deshalb die Motion 42.20.08 eingereicht, welche die Forderung in den Raum stellt, dass ERG ab Schuljahr 2021/22 im Klassenverband durch die Schule erteilt werden muss. Der eigentliche Religionsunterricht soll weiterhin als Freifach bestehen bleiben und von den Landeskirchen unterrichtet werden können.

Die Regierung hat vergangene Woche den Beschluss des Bildungsrates vom 11. November 2020 genehmigt, die Rahmenbedingungen zum Lehrplan Volksschule dahingehend anzupassen, dass ab dem Schuljahr 2020/21 der Volksschulunterricht abgesehen vom freiwilligen Religionsunterricht ausschliesslich in der Zuständigkeit der weltlichen Schulträger liegt. Der Entscheid begründet sich damit, dass gerade Ethik, Religionen und Gemeinschaft sinnvollerweise im ungeteilten Klassenverband gefördert werden muss. Die spaltende Wirkung des bestehenden Modells zwischen den unterschiedlichen Anspruchsgruppen – oft entlang der Abgrenzung zwischen christlichem und nichtchristlichem Hintergrund soll überwunden werden.

Die Kirchen können ab Schuljahr 2021/22 den Religionsunterricht flexibel entsprechend ihren Bedürfnissen anbieten und haben die Möglichkeit, den Religionsunterricht wieder auf die Anzahl Lektionen vor Erlass des Lehrplans Volksschule auszubauen, und damit einen Grossteil der Unterrichtspensen ihrer Lehrpersonen erhalten.
Der durch die Motionäre erzeugte politische Druck war von grosser Bedeutung und hat sich ausbezahlt! Dem Anliegen der Motionäre wurde nun in sehr hohem Masse Rechnung getragen und sämtliche ihrer Forderungen wurden erfüllt. Die Motionäre sind überzeugt, dass mit diesem Beschluss für die Schulen eine erfreuliche Lösung und für die Kirchen ein sicherlich gut gangbarer Weg gefunden werden konnte. Wir bedanken uns bei den Kirchenvertretern für ihr Verständnis.

Aufgrund dieser erfreulichen Ausgangslage erübrigt sich ein Gesetzgebungsverfahren in der November-/ Dezembersession. Wir ziehen unseren Vorstoss noch diese Woche zurück."

pd