Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Kanton SG
13.01.2021

Kleinkind ist nicht an Corona gestorben

Im Dezember verstarb ein Säugling, dass Corona-positiv getestet wurde, im «Kispi». Nun wurde die Haupttodesursache geklärt.

Über die Weihnachtstage ist am Ostschweizer Kinderspital ein Kind im Alter von 18 Monaten verstorben. Am 12. Januar 2021 konnte die Todesursache nun geklärt werden: «Die Coronavirus-Infektion hat im weiteren
Verlauf eine schwerwiegende bakterielle Infektion der Atemwege nach sich gezogen, die zum tragischen Tod des Kleinkindes geführt hat. Dies haben die Abklärungen zur Todesursache ergeben. Die Infektion mit dem Coronavirus ist somit nicht die Haupttodesursache.Verbleibende feingewebliche Untersuchungen nehmen noch einige Wochen Zeit in Anspruch», heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei St.Gallen.

50 von 853 Tests waren positiv

Auf Anfrage von stgallen24 erklärte der Chefarzt der Pädiatrie, dass ein Covid-Abstrich dann bei den Kindern durchgeführt wird, die ambulant betreut werden und die BAG-Kriterien erfüllen, sowie bei den Kindern, die mit Zeichen einer Infektion am OKS hospitalisiert werden. Von 853 Corona-Tests, die am Ostschweizer Kinderspital bisher gemacht wurden, waren 50 positiv (Stand 24.12.2020).

«Alle diese Kinder, bis auf das nun tragischerweise verstorbene, hatten einen milden Krankheitsverlauf. Ins Spital aufgenommen und dort überwacht werden insbesondere Säuglinge und Kleinkinder mit Fieber. Der Grund dafür ist nicht COVID-19, sondern die Gefahr, die von anderen Infektionserregern ausgehen kann.  In diesem Alter ist nämlich die Unterscheidung zwischen einer meist harmlosen viralen und einer potentiell gefährlichen bakteriellen Infektion oft erst im Verlauf möglich», so Roger Lauener.

Rolle der Kinder in der Pandemie unverändert

Auch beim verstorbenen Kind wurde im Abstrich SARS-CoV-2 nachgewiesen. Aber nicht nur das: Zusätzliche habe man im Verlauf einen weiteren Krankheitserreger gefunden. 

«Es ist dem Ostschweizer Kinderspital ausserordentlich wichtig, im Interesse aller Kinder und der Öffentlichkeit zu verstehen, wie es zum tragischen Verlauf gekommen ist», so Lauener anfangs Januar. Bei den Abklärungen wurde mit internen und externen Spezialisten und Instituten zusammengearbeitet. 

«Aktuell liegen keinerlei Erkenntnisse vor, die zu einer Änderung der Einschätzung der Rolle der Kinder in dieser Pandemie führen würden», erklärt der Chefarzt», sagt der Chefarzt.

Prof. Dr. med. Roger Lauener, Chefarzt Pädiatrie und Mitglied der Spitalleitung des Kispis

Bub hatte kein PIMS

Wichtig sei festzuhalten, dass es sich beim aktuellen Fall nicht um ein sogenanntes PIMS (Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) handelt. Das PIMS ist eine Entzündungsreaktion, die in der Regel erst einige Wochen nach einer Infektion mit dem Corona-Virus auftritt. Weitere Angaben zum Fall könnten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht gemacht werden.

Zuvor hatte das BAG berichtet, auch ein junger Mann sei im Dezember an Corona verstorben. Das dementierte der Kanton Zürich, in welchem der Mann gelebt hatte, aber umgehend: Es sei richtig, dass ein 29-Jähriger Mann verstorben sei, der auch positiv auf Covid-19 getestet worden ist. «Aufgrund des ärztlichen Befundes kann jedoch ausgeschlossen werden, dass Covid die Todesursache war», sagte Patrick Borer, Mediensprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion, gegenüber «20 Minuten».

Schon im Mai starb ein Säugling aus dem Kanton Aargau. Dieser litt an einer schweren neurologischen Krankheit und war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ob das Kleinkind an den Folgen des Virus starb, ist auch noch unklar.

Miryam Koc/Stephan Ziegler