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Wirtschaft
13.02.2021
27.04.2021 20:31 Uhr

Börse gut gelaunt und in kleinen Schritten aufwärts

Christopher Chandiramani stellt fest: «Auch nach dem Corona-Jahr bleibt die Zürich-Versicherung ‹die beste Dividendenperle› an der Schweizer Börse.» Bild: Linth24
Hoffnungen auf baldige Lockerungen der Corona-Gegenmassnahmen, eine Erholung der Weltwirtschaft sowie weitere staatliche Hilfspakete sorgten für positive Stimmung an den Aktienmärkten.

In den USA hat die frühere Notenbankpräsidentin, Janet Yellen, ihr Amt als US-Finanzministerin aufgenommen und sorgte für frischen Wind, sie hat weitere Nothilfe zugesichert und längerfristig wieder Vollbeschäftigung angekündigt.

Steigende Nachfrage gab es auch beim Erdöl, den Technologiewerten und Kryptowährungen, wo es zeitweise neue Höchstpreise gab. Die älteste und bekannteste Cyber-Devise «Bitcoin» legte um bis zu 20 Prozent auf ein Rekordhoch von knapp 48'000 Dollar zu. Für grosses Interesse sorgte auch Teslas Engagement in dieser Kryptowährung. Die Aktien des sozialen Mediums «Twitter» erreichten nach guten Zahlen ein Siebenjahreshoch und zogen die ganze US-Börse mit nach oben.

Unternehmensabschlüsse: Überraschungen und Enttäuschungen

Lange Zeit liessen uns die Versicherungen im Ungewissen. Etwas mehr Klarheit gab es nach der Publikation der Gruppenergebnisse von «Zürich». Insgesamt gab es im gesamten Corona-Jahr 2020 Aufwendungen in Höhe von 852 Mio. USD. Hinzu kamen noch Hurrikane und Waldbrände in Australien und Kalifornien mit Schäden von über 600 Mio. USD. Und unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 3.83 Milliarden (-8%). Trotz Gewinnrückgang werden die Aktionäre wiederum in den Genuss einer Dividende von 20 CHF je Aktie kommen. Die Zürich-Versicherung bleibt somit «die beste Dividendenperle» an der Schweizer Börse.

Ems-Chemie kann trotz corona-bedingtem Rückgang eine hohe Marge halten. Umsatz und Gewinn gingen zwar um rund je 17 Prozent zurück, der Reingewinn fiel auf 440 Mio. CHF. Die Dividende wird somit von CHF 20 auf 17 gekürzt.

Die Zürcher Kantonalbank ZKB ist nicht börsenkotiert, aber ein Wegweiser für andere Kantonalbanken (SG, LU, ZG usw.), deren Aktie an der Börse gehandelt werden. Die ZKB hat 2020 einen Reingewinn von CHF 865 Mio. erzielt. Dieser liegt 2.4% über Vorjahr. Dazu beigetragen haben die höheren Erträge im Handel, bei Kommissionen und Dienstleistungen, sowie auch im Zinsdifferenzgeschäft. Der Kanton und die Zürcher Gemeinden erhalten eine ordentliche Dividende von CHF 356 Mio. Hinzu kommt eine nicht zweckgebundene Corona-Sonderdividende im Umfang von CHF 100 Mio.

Beim «Flughafen Zürich» waren die Passagierzahlen markant tiefer. Im Gesamtjahr 2020 war das Passagieraufkommen auf 8.3 Millionen zurückgegangen. Im Jahre 2019 wurden noch 31.5 Mio. Passagiere abgefertigt. Die Anzahl Flugbewegungen lag mit 5'553 Starts und Landungen um 73 Prozent unter dem Vorjahr.

Lonza verkauft das Spezialchemie-Geschäft und konzentriert sich in Zukunft auf die Zulieferung von ertragsreicheren Pharma-Grundstoffen. Der Aktienkurs rückte nach dieser Mitteilung um rund 8 Prozent vor.

Die Bernischen Kraftwerke erhalten eine finale Kompensation von ca. CHF 30 Mio. von Swissgrid für das frühere BKW-Übertragungsnetz.

Aussichten

Die Welt darf nicht nur noch aus Corona-Fallzahlen, Testen und Impfen bestehen. Die Menschen wollen wieder arbeiten, möchten offene Restaurants und Ladengeschäfte, Sport treiben, Events und Museen usw. besuchen.

In Deutschland wurde zwar der Lockdown bis zum 7. März verlängert. In Österreich haben sogar die Behörden Tirol aus Angst vor Virusmutationen abgeriegelt. In der Schweiz fordert die Politik umgehende Öffnungen. Der Druck auf den Bundesrat nimmt zu. Am kommenden Mittwoch folgen neue Entscheidungen.

Lockerungen wären eine Voraussetzung für eine Rückkehr zur Normalität und sind eine Bedingung, dass Aktien und Immobilien ihr hohes Niveau halten, Märkte, die bisher von der Coronakrise verschont blieben.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Gossau24