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Kanton SG
19.02.2021

Berufsschulstrategie: Beteiligte fordern Mitwirkung

Aus dem St. Galler Kantonsrat gibt es erneut Kritik am Vorgehen der Regierung bei der Erarbeitung der neuen Berufsschulstrategie. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Berufsbildung – In einem neuen Vorstoss aus dem St. Galler Kantonsrat gibt es erneut Kritik am Vorgehen der Regierung bei der Erarbeitung der Berufsschulstrategie. Wieder würden Beteiligte in die Entscheide nicht einbezogen, heisst es. Dieser Vorwurf ist nicht neu.

Die Interpellation wurde in der Februarsession von je einem Mitglied der Fraktionen von CVP-EVP, FDP, Grünen, SP und SVP eingereicht. Es geht darin um die im Kanton St. Gallen laufende Reorganisation der Berufsbildung, bei der möglicherweise auch Standortentscheide gefällt werden müssen.

Bei verschiedenen Beteiligten aus Schulleitungen und Berufsschulfachkommissionen entstehe der Eindruck, dass erneut wichtige Entscheidungen über Grundlagen ohne deren Einbezug festgelegt würden, stellen die Parlamentarier fest. Die Regierung solle nun unter anderem erklären, wie sie sicherstellen wolle, dass die Direktbeteiligten bei dem Projekt frühzeitig eingebunden werden könnten.

Der Vorstoss hat bereits eine längere Vorgeschichte. Im Oktober gab die St. Galler Regierung bekannt, dass sie in Rorschach ein Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe aufbauen will. Die Konsequenzen daraus wären, dass der bisherige Standort in St. Gallen geschlossen würde. Das Berufsfachschulzentrum in Rorschach müsste Platz für die Gesundheitsberufe machen. Die dortigen Ausbildungen würden auf andere Standorte verteilt.

Motion im November überwiesen

Dagegen entwickelte sich Widerstand. Es wurde kritisiert, dass nicht einmal die Rektoren der betroffenen Schulen oder die Berufsschulkommissionen involviert gewesen seien. Die Regierung verteidigte hingegen ihren "Top-Down-Entscheid".

In der Novembersession überwies der Kantonsrat eine Motion in der verlangt wurde, dass vor solchen Beschlüssen ein Gesamtkonzept vorliegen müsse. Nach der Abstimmung im Rat war allerdings nicht klar, ob sich die Motion nur auf künftige Entscheide bezieht - oder auch auf den bereits gefällten Regierungsbeschluss.

Im Januar bestätigte dann aber die Regierung, dass die Umsetzung der Pläne für die Gesundheitsberufe und für das Berufsbildungszentrum Rorschach vorläufig aufgeschoben sei. Zuerst sollten nun im ganzen Kantonsgebiet Varianten für Kompetenzzentren in der Berufsbildung geprüft werden. Zum Ergebnis gebe es dann eine Vernehmlassung. Das Parlament werde dann in der Februarsession 2022 darüber befinden können.

Keystone-SDA / gossau24.ch