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Stadt Gossau
10.03.2021
13.03.2021 09:04 Uhr

Arthur Fagagnini: "Abstimmen lohnt sich!"

Arthur Fagagnini. Bild: Raiffeisenbank Gossau-Andwil-Niederwil
Arthur Fagagnini ist seit 15 Jahren Mitglied des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Gossau-Andwil-Niederwil, neun davon als deren Präsident. Ende März tritt er zurück und ruft alle Mitglieder der Bank auf, brieflich oder elektronisch abzustimmen. Er verrät, es lohne sich!

In seine Amtszeit fallen die Nachfolgeregelung für den pensionierten Bankleiter, die Gesamterneuerung des Hauptsitzes in Gossau und der Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Andwil-Arnegg. Der Verwaltungsrat bedankt sich bei ihm für den langjährigen und engagierten Einsatz an vorderster Front zum Wohl der Bank und alles Gute für seine Pension.

Weil die Generalversammlung auch dieses Jahr durch eine schriftliche Abstimmung ersetzt wird, hält er im nachfolgenden Interview Rückschau und verabschiedet sich auf diesem Weg von den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern sowie den Kunden der Bank.

Interview mit Arthur Fagagnini

Herr Fagagnini, die 86. Generalversammlung der Raiffeisenbank wird wegen des Lockdowns durch eine schriftliche Abstimmung ersetzt. Sie können sich deshalb nicht persönlich von den Mitgliedern verabschieden. Schmerzt Sie das?
Ja, denn ich hätte mich gerne persönlich von unseren Mitgliedern verabschiedet. Sie haben mich schliesslich vor 15 Jahren in den Verwaltungsrat gewählt und mir vor neun Jahren mit der Wahl zum Präsidenten grosses Vertrauen geschenkt. Nun kommt es leider anders, als ich mir das vorgestellt habe.

Wenn Sie auf die letzten 15 Jahre zurückblicken, was kommt Ihnen zuerst in den Sinn?
Nach so einer langen, spannenden und lehrreichen Zeit mit vielen Herausforderungen kommt natürlich Wehmut auf. Die Höhepunkte waren für mich die Nachfolgeregelung für den Bankleiter, die Jubiläums-GV im Circus Knie, der Umbau des Hauptsitzes mit gleichzeitiger Neuausrichtung auf eine Beraterbank und der geglückte Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Andwil-Arnegg. Schliesslich freue ich mich auch über die anhaltende Prosperität „meiner“ Bank und ihrem Auftritt im lokalen Markt.

Sie sagen „meine Bank“. War Raiffeisen schon immer Ihre Bank?
Ich bin seit meiner frühen Jugend ein „Raiffeiseler“. Von meiner Mutter, der Vater ist leider schon sehr früh gestorben, habe ich die Bankverbindung mitbekommen und mein ganzes Leben lang nicht bereut. Ich bin deshalb stolz darauf, dass ich über all die Jahre Teil der Raiffeisenfamilie bin und ihr dabei 15 Jahre lang im Verwaltungsrat dienen durfte.

Sie sind kein gelernter Banker und haben dennoch als Verwaltungsratspräsident eine Lokalbank geführt. Wie geht das?
Ich sehe das so: Letzten Endes kommt es auf die fachliche und persönliche Zusammensetzung des Verwaltungsrates an. Uns ist es über all die Jahre gelungen, über ein ausgewogenes Gremium mit allen wichtigen Kompetenzen zu verfügen. Darüber hinaus tragen die VR-Mitglieder mit ihrer lokalen Verwurzelung die Aussensicht in die Bank hinein, was in meinen Augen genauso wichtig ist. So ist die Bank auch auf strategischer Ebene nahe am Kunden. Nehme ich mich als Beispiel, so konnte ich mich als Baufachmann im Kreditausschuss einbringen. Für eine im Hypothekargeschäft stark verankerte Bank sind Kenntnisse im Immobiliengeschäft essentiell. Zudem habe ich während des zweijährigen Umbaus der Baukommission vorgestanden und konnte so meine Erfahrung zum Tragen bringen.

Dann ist das Bankwissen für ein Mitglied des Verwaltungsrates gar nicht so wichtig?
Das vertiefte Bankwissen darf bei einem VR-Mitglied durchaus an zweiter Stelle stehen. Viel wichtiger ist es, dass der Verwaltungsrat bei der Besetzung der Bankleitung darauf achtet, dass ausgewiesene Persönlichkeiten eingestellt werden. In einem kritischen und konstruktiven Austausch gilt es die Bank in der strategischen Spur zu halten. Dieses Zusammenspiel auf allen Ebenen hat aus meiner Sicht bestens funktioniert. Dies gibt mir gleich die Gelegenheit, meinen Kolleginnen und Kollegen sowie der Bankleitung für die ebenso angenehme wie erfolgreiche Zusammenarbeit bestens zu danken.

Worum geht es bei strategischen Fragen einer Lokalbank?
Eigentlich geht es darum, die Zeichen der Zeit mit ihren Entwicklungen zu erkennen und daraus den Handlungsbedarf für die zukünftige Ausrichtung der Bank abzuleiten. Das tönt einfacher, als es ist. Denn man weiss erst hinterher, ob die gefällten Entscheide richtig waren. Beispielsweise haben wir erkannt, dass die Bargeldbezüge am Schalter stetig zurückgingen. Als es um den Umbau ging, haben wir im 2013 als eine der ersten Banken in der Ostschweiz entschieden, Schalter ohne Bargeldtranskationen zu planen. Dieser Entscheid ist nicht bei allen Kunden gut angekommen. Mittlerweile hat sich dieses Konzept in der Branche etabliert. Rückblickend war dies ein mutiger, aber zukunftsweisender und schliesslich richtiger Entscheid.

Auf dem Platz Gossau sind vier Banken präsent. Welche Wettbewerbsvorteile hat die Raiffeisenbank?
Konkurrenz belebt den Wettbewerb und spornt uns an, gegenüber unseren Kunden Dienstleistungen zu erbringen, welche sich von den anderen abheben. Dabei stehen für mich die gelebte Nähe zum Kunden, rasche Entscheide vor Ort mit kurzen Wegen, ein umfassendes Dienstleistungsangebot über alle Lebensphasen hinweg und natürlich die genossenschaftlichen Grundwerte im Zentrum.

Wenn Sie die heutige Bank mit derjenigen von vor 9 Jahren vergleichen: Wie ist der Zustand?
Da hat sich einiges verändert. Die Bank ist einerseits organisch und andererseits durch die Fusion stark gewachsen. In Zahlen ausgedrückt heisst dies: nahezu Verdopplung der Bilanzsumme, Anstiegs der Mitgliederzahl auf rund 9‘000 und Erhöhung des Bruttogewinns von ehemals 2,6 auf zuletzt 6,4 Millionen Franken. Die Bank ist produktiver und effizienter geworden. Der Erfolg hat sich im Eigenkapital niedergeschlagen, womit sich die Mitglieder über eine äusserst solid kapitalisierte Bank freuen dürfen.

Und wie präsentiert sich „Ihre“ Bank qualitativ?
Wir sind organisatorisch und personell sehr gut aufgestellt. Die Integration der Raiffeisenbank Andwil-Arnegg ging reibungslos über die Bühne. Der kulturelle Wandel hin zur Beraterbank mit hoher Kundenorientierung befindet sich auf gutem Weg. Mit den beiden Bankgebäuden in Andwil und Gossau verfügen wir über eine zeitgemässe Infrastruktur mit modernen Arbeitsplätzen.

Aktuell läuft die Abstimmung. Sollen die Mitglieder mitmachen?
Unbedingt. Ich kann alle Mitglieder nur aufrufen, brieflich oder elektronisch abzustimmen. Abstimmen bedeutet Mitbestimmen, nämlich bei der Besetzung des Verwaltungsrates. Das Abstimmen ist zudem mit einer Mitglieder-Aktion verbunden. So viel sei verraten, es lohnt sich!

Ab dem 1. April sind Sie Pensionist. Was machen Sie mit der gewonnen Zeit?
Ich werde vor allem geniessen, nicht mehr termingesteuert zu sein, über mehr Freizeit zu verfügen und mein Leben allgemein ruhiger angehen zu können. Ich werde mehr Zeit für die Familie mit den bald zwei Enkelkindern haben und dank dem neuen Hüftgelenk hoffentlich auch wieder beschwerdefrei wandern und biken können.

Achtung: Sind Sie Mitglied der Raiffeisenbank Gossau-Andwil-Niederwil? Falls ja, stimmen Sie bis am 26. März 2021 brieflich oder elektronisch ab und lassen Sie sich überraschen. Es lohnt sich! 

Bild: Raiffeisenbank Gossau-Andwil-Niederwil

Weitere Informationen auf der Webseite:

Raiffeisenbank Gossau-Andwil-Niederwil

Raiffeisenbank Gossau-Andwil-Niederwil