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Kanton SG
26.04.2021
26.04.2021 13:45 Uhr

1.-Mai-Feier im Internet und in der Stadt

1. Mai 2020 in St.Gallen Bild: FB
Am «Tag der Arbeit» machen die Arbeiter traditionellerweise auf der Strasse auf ihre Anliegen aufmerksam. Das 1.-Mai-Komitee ruft für kommenden Samstag in St.Gallen zu Kundgebung und Demo auf.

Der 1. Mai steht heuer unter dem Motto «Zeit für die soziale Wende!». Treffpunkt für Demo und Kundgebung ist am Samstag um 14 Uhr vor der Grabenhalle. Der Umzug führt durch die Innenstadt.

Die Kundgebung findet in der Marktgasse statt. Dort sprechen Mattea Meyer (Co-Präsidentin SP Schweiz), Era Shemsedini (für Migranten), Anna Miotto (Juso-Präsidentin St.Gallen) und Ronja Stahl (Frauenstreik St.Gallen). Zudem tritt Liedermacher Simon Hotz auf. Moderieren wird Barbara Gysi vom kantonalen Gewerkschaftsbund. Am Anlass gilt Maskenpflicht.

Im Vorfeld des 1. Mai gibt es ein Online-Programm. Es startet heute Montag um 19 Uhr mit dem Workshop «Fight for your rights» fürs Pflegepersonal. Weitere Workshops im Internet – «Die Situation von Sans-Papiers in der Ostschweiz», «Armut bekämpfen», «Ziviler Ungehorsam und Gewalt als Mittel für linke Politik?» und «Ausländer-Stimmrecht jetzt» – sind für Samstag geplant. Zudem gibt’s am Dienstag, 27. April, eine Vorveranstaltung an der «Erfreulichen Universität» zu «Soziale Absicherung von Kulturschaffenden: Wie weiter?» mit Paul Rechsteiner und Nicole Pfister.

Das ganze Programm – sowie allfällige kurzfristige Änderungen – finden Sie hier, und für die Workshops können Sie sich hier anmelden.

Warum wird der «Tag der Arbeit» am 1. Mai gefeiert?

Am 1. Mai 1884 demonstrieren rund 400.000 Arbeiter in mehreren Städten der USA und fordern die Einführung eines Acht-Stunden-Tags. Zu jener Zeit ist es üblich, zehn Stunden pro Tag zu arbeiten, 20 Jahre davor sogar noch elf bis dreizehn Stunden.

In Chicago kommt es am 3. und 4. Mai im Rahmen der Streiks zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Im Verlauf des sogenannten «Haymarket Riot» sterben mehrere Demonstranten und Polizisten. Acht Streikorganisatoren werden angeklagt und hingerichtet.

1889 beschliessen Gewerkschaften und Arbeiterparteien auf dem Zweiten Internationalen Arbeiterkongress in Paris, zum Gedenken an die Opfer von Chicago am 1. Mai 1890 zu einer internationalen Demonstration aufzurufen. Zentrale Forderungen sind auch hier der Acht-Stunden-Tag, ausserdem höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Am 1. Mai 1890 wurde denn auch zum ersten Mal dieser Protest- und Gedenktag mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen.

stz.