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Wirtschaft
22.05.2021
21.05.2021 19:45 Uhr

Aktienbörsen: Crash bei den Kryptowährungen

Christopher Chandiramani erwartet bei Kryptowährungen weiter Volatilität: «Das ist nichts für schwache Nerven.» Bild: Linth24
Das monatelange Rally der Kryptowährungen stoppte in der Woche vor Pfingsten abrupt. Diese unerwartet grosse Korrekturwelle von zeitweise über 30 % traf einige Aktien heftig. Erholung kam am Donnerstag.

Neben den Turbulenzen an den Märkten für Kryptowährungen drückten auch die kriegerischen Ereignisse auf die Stimmung, auch die Inflations- und Zinsängste waren nicht zu zerstreuen. Es herrscht zwar verbreitet die Konsensmeinung eines vorübergehenden Effekts, aber die Befürworter von zumindest temporären Zinsmassnahmen (Beispiel Island) nehmen zu. Für eine weltweite Trendwende ist jedoch die Weltwirtschaft noch zu fragil.

In Nahen Osten konnte man sich erst vor wenigen Stunden auf einen Waffenstillstand einigen. Der Konflikt zwischen Israel und den Hamas braucht offenbar noch längere Zeit, um beigelegt zu werden.

Zum ersten Mal seit dem Spätherbst sind die Behörden gut gestimmt im Hinblick auf Corona. Die Impfkampagne weitet sich aus. Die Fallzahlen und alle anderen Parameter gehen zurück, so dass die Rückkehr zur Normalität im kommenden Sommer in die Nähe rückt.

Ausser bei Kryptos herrschte bei den Währungen Stabilität, speziell in Bezug auf USD und EUR. Erdöl verharrte auf hohem Niveau, Gold und andere Edelmetalle verharrten auf einem Viermonatshoch.

Firmennachrichten

Diesmal waren die Augen der Investoren auf die USA ausgerichtet. Ein neuer Mediengigant entsteht. AT&T und Discovery bündeln ihre Ressourcen und schaffen einen neuen Megakonzern im Streaming-Geschäft. Andere kleinere Unternehmungen schliessen sich an, betrifft auch Warner Bros, CNN, Eurosport, Discovery u.a.
Dadurch entsteht mit einem Marktwert von etwa 130 Mrd. USD das zweitgrösste Medienunternehmen in den USA. Es geht hier darum, Netflix im Streaming-Bereich (Filme und Unterhaltung) die Stirn zu bieten.

In der Schweiz war es relativ ruhig, zahlreiche Generalversammlungen sind für dieses Jahr wieder Geschichte. Auch der Absturz bei den Kryptowährungen war das Hauptthema und riss zu Wochenbeginn vor allem die Aktienkurse einiger Finanzwerte nach unten. Am Donnerstag gab es wieder eine Erholung auf breiter Front.

Nach der erfolgreichen Neuemission des Luftfahrtzulieferers Montana Aerospace von vergangener Woche wurde die Greenshoe-Option vollständig ausgeübt, d.h. auch die Reservetitel voll platziert. Insgesamt sind beim Börsengang somit 19'727'096 Aktien zum genannten Preis von 25.65 CHF platziert worden.

Der Lift- und Rolltreppenbauer Schindler erhält einen Grossauftrag aus Ägypten. Schindler liefert insgesamt 129 Aufzüge für sechs Bürotürme in der neuen Hauptstadt. Angaben zum Auftragsvolumen gab es keine.

Sonova (die frühere Phonak) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 überrascht. Der Konzern erzielte trotz tieferem Umsatz mehr Gewinn. Erreicht wurde dies dank Sparmassnahmen und angepassten Betriebsstrukturen. Den Aktionären des Hörgerätehersteller winkt bald wieder eine Bardividende.

Der Dienstleister DKSH kauft Mehrheit am australischen Gesundheitsdienstleister Hahn Healthcare.

Nestlé investiert 220 Mio. Dollar in eine Getränkefabrik in Indonesien.

Aussichten

Wir nähern uns der Jahresmitte. Unternehmenszahlen sprudeln weniger üppig bis in den kommenden Sommer hinein. Die aktuellen Inflations- und Zinsängste muss man ernst nehmen, auch bei einem möglicherweise vorübergehenden Phänomen. Bezüglich Corona wartet alles zurecht auf weitere Lockerungen und eine Rückkehr zur Normalität.
Die Basis für die Aktienmärkte bleibt intakt. Kryptowährungen dürften volatil bleiben, das ist weiterhin nichts für schwache Nerven.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Gossau24