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Wirtschaft
12.06.2021
13.06.2021 07:08 Uhr

Aktienbörsen: Rekord dank Pharmaindustrie

Positive Meldungen im Kampf gegen Corona, Demenz und Alzheimer verliehen den Aktien der Pharmaindustrie Schub, so Christopher Chandiramani. Bild: Linth24
Dank steigendem Wirtschaftswachstum, rückläufigen Corona-Infektionszahlen und einem Pharmapapier-Kursschub wurden wieder Rekordwerte erreicht. Der SMI überschritt zeitweise die 11'850-Punkte-Marke.

Zwar ist die Pandemie noch nicht ganz ausgestanden, aber nach Einschätzung von Economiesuisse wird die Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr um 3.4 Prozent zulegen. Die Prognostiker von BAK Basel rechnen sogar mit 4 Prozent. Damit verzeichnet die Schweizer Wirtschaft einen einmaligen Erholungseffekt («Superboom»), aber unter Berücksichtigung einer tiefen Basis im Jahre 2020.

Diese Tendenz gilt weltweit, vor allem für die Industrieländer. Somit verzeichnen auch die US-Börsen Avancen, da die Konjunkturdaten und die Inflation für den Monat Mai ahnen lassen, dass ein leichter Teuerungsschub lediglich ein temporäres Phänomen bleiben dürfte, ohne spürbare Zinswende als Folge.

Rohstoffe und Materialien für die Bauindustrie sind im Moment ebenfalls massiv teurer. Erdöl und Gold verharren auf hohem Niveau. Die Währungen EUR und USD blieben stabil, Bitcoins kosten nur noch etwas mehr als die Hälfte (um 35'000 USD) im Vergleich zum Boom vor wenigen Wochen.

Unternehmensnachrichten

Erfolge bei der Bekämpfung der Corona-Krankheit, d.h. anhaltend rückläufige Fallzahlen, sowie positive Überraschungen bei der Behandlung von Alzheimerkrankheit und Demenz haben den Aktienkursen der Pharmaindustrie einen kräftigen Schub verliehen. Das gilt nicht nur für die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche, sondern auch für Zulieferer Lonza.

Der Rheintaler Industriezulieferer SFS erhöht die Jahresprognose. Umsatz 2021 von CHF 1.9 Mrd. (Vorjahr 1.7), bei einer Betriebsgewinn-Marge von 15 Prozent (Vorjahr 13).

Ähnliches gilt auch für die in der Befestigungstechnik tätige Bossard-Gruppe. Das Unternehmen hat seine Umsatz- und Gewinnerwartung für das erste Halbjahr deutlich angehoben. Die Markterholung habe sich auch im zweiten Quartal und in allen Regionen fortgesetzt. Der Umsatz im zweiten Quartal 2021 ist um 20 Prozent gestiegen (im ersten Quartal 12 Prozent). Aber mit Blick auf die steigenden Preise bleibt der Konzern für das Gesamtjahr vorsichtig.

Betreffend Flughafen Zürich – auch Reisen wird wieder beliebter. «Zürich-Kloten» verzeichnete mit über 450'000 Passagieren im Mai zehnmal mehr als im als im Monat April 2021. Aber im Vergleich zum Niveau vor der Krise sind die Zahlen immer noch markant tiefer.

Der Immobilienkonzern Peach Property begibt eine Wandelanleihe über 120 Millionen Franken. Damit soll die jüngste Akquisition des Eagle-Portfolios mit 4'300 Wohnungen sowie ein weiteres Wachstum finanziert werden. Die Anleihe wird mit einem Coupon von 2.50 Prozent pro Jahr verzinst.

Aussichten

Dieses Wochenende findet das G7-Treffen in Südengland statt, anschliessen treffen sich die Präsidenten der USA und Russland zu Gesprächen in Genf, eine Chance für weniger Konflikte auf dieser Welt. Unklar sind noch die Auswirkungen auf die geplante einheitliche Unternehmensbesteuerung. Kommende Woche finden Sitzungen der US-Notenbank Fed statt. Mit Zinserhöhungen wird vermutlich noch zugewartet.

Die Altersvorsorge in der Schweiz bleibt eine Grossbaustelle und eine Zangengeburt. Ein vorgeschlagener Zustupf von 12 Mrd. CHF aus der Kasse der Nationalbank sowie eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen bleiben politisch hochbrisant, sind aber höchstwahrscheinlich neutral für die Aktienmärkte.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Gossau24