Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda

Ruderer als erste Schweizer im Einsatz

Barnabe Delarze (links) und Roman Röösli Ende Juni am Sarnersee Bild: KEYSTONE/STF
Rudern – Noch vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele stehen in der Nacht auf Freitag mit der Skifferin Jeannine Gmelin und dem Doppelzweier Roman Rössli/Barnabé Delarze die ersten Schweizer im Einsatz.

Die Schweizer Ruderer, insgesamt sind vier Boote am Start, flogen bereits am 5. Juli nach Japan. Sie bestritten im rund 700 km vom Flughafen Tokio-Narita entfernten Kinosaki ein zehn Tage dauerndes Pre-Camp. Die lange Reise war für Gmelin kein Problem: "Es ist alles eine Frage der Einstellung."

Obwohl es bei der Ankunft der Delegation in Strömen regnete und es schon dunkel war, liessen es sich viele Einheimische nicht nehmen, die Gäste mit Schweizer Fahnen und Winken herzlich zu empfangen. "Mehr willkommen hätten wir uns dort nicht fühlen können", sagt Gmelin. Röösli ergänzt: "Es war erstaunlich, wir hatten das so nicht erwartet. Die Leute hatten extrem viel Freude an uns."

Das Training in Kinosaki fand auf einem Fluss statt. Dass dieser wegen des Monsunregens viel Wasser mit sich trug, "war nur am ersten Tag problematisch. Wir hatten sehr gute Bedingungen", führt Gmelin aus. Am Sonntag kehrte das Team nach Tokio zurück und bezog Quartier im olympischen Dorf. Die dort herrschenden Einschränkungen nimmt Gmelin ebenfalls gelassen. "Wir wussten bis zu einem gewissen Grad, auf was wir uns einlassen. Ich versuche es, so gut wie es geht, zu geniessen."

Herausfordernde Bedingungen

Am Montag stand für die Schweizer die erste Einheit auf der olympischen Strecke auf dem Programm. Die dortigen Bedingungen stuft Gmelin als herausfordernd ein, insbesondere für sie als Einer-Ruderin, da es nicht nur heiss, sondern auch relativ windig ist. In den ersten beiden Trainings blies ein seitlicher Mitwind.

Insofern geht es im Vorlauf auch darum, sich eine gute Ausgangslage für den Viertelfinal zu verschaffen, da der Wind ein Faktor sein kann. Ausserdem missriet Gmelin die Olympia-Hauptprobe am 23. Mai auf dem Luzerner Rotsee, belegte sie doch im Final abgeschlagen den letzten Platz. Auch wenn dieser "Schock" erklärbar war, wird der Vorlauf erste Schlüsse geben, ob der Formaufbau der Weltmeisterin von 2017 aufgegangen ist. Sie bekommt es in der Nacht auf Freitag mit der Britin Victoria Thornley zu tun, welche die Zürcher Oberländerin in diesem Jahr bei sämtlichen drei Vergleichen bezwungen hat.

Röösli/Delarze nicht beunruhigt

Gmelin will nach dem 5. Rang bei ihren ersten Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro diesmal den Sprung aufs Podest schaffen. Röösli/Delarze sprechen derweil gar unverblümt von Gold. "Darum sind wir hier", so Delarze. Das Duo will es diesmal anders machen wie vor zwei Jahren, als es nach zwei Weltcup-Siegen an der WM lediglich zum 5. Platz reichte.

Die beiden hoffen, daraus die richtigen Lehren gezogen zu haben, jedenfalls wurde das Ganze eingehend analysiert. Von daher beunruhigt es Röösli und Delarze nicht, dass bei der aussagekräftigsten Regatta in diesem Jahr, dem Weltcup in Luzern, bloss der 5. Rang herausschaute und sie zuvor auch an der EM (4.) eine Top-3-Klassierung verpasst hatten. Jedenfalls sind die beiden überzeugt, seither einen grossen Schritt vorwärts gemacht zu haben, was angesichts der grossen Konkurrenz auch nötig ist.

"Bis jetzt ist alles gut aufgegangen", sagt Röösli. Nun gelte es, sich auf die Strecke einzustellen und in den letzten kurzen, aber intensiven Trainings alles zu festigen. Zum Salzwasser sagt er, dass dieses nicht mega einfach zum Rudern sei. Die Kunst ist es, dies zum Vorteil zu machen. "Wenn wir die Details richtigmachen, können wir alle schlagen", gibt sich Delarze selbstbewusst.

Keystone-SDA