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Immo & Bau
16.09.2021
17.09.2021 06:43 Uhr

Nachhaltig geführte Deponie für mineralische Bauabfälle

Wasserbauprojekt Ruetwisbach in Niederwil (Gemeinde Oberbüren) – ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Renaturierung. Bild: Brunner Umweltservice AG
Die Firma Brunner Umweltservice AG in Flawil plant am Standort Radmoos nähe Nutzenbuech in Gossau eine Ablagerungsstätte für mineralische Bauabfälle und leicht verschmutzten Aushub (Deponie Typ B). Mit dem Projekt verbunden ist die Offenlegung des Tobelbachs und die damit verbundene ökologische Aufwertung des Bachbetts sowie der Uferbereiche über eine Strecke von knapp einem Kilometer. Der Kanton St. Gallen hat Radmoos im Jahr 2018 als geeigneten Deponiestandort im Richtplan festgesetzt. Die Planungen sind so weit vorangeschritten, dass am 27. September 2021 das Mitwirkungsverfahren starten kann.

Wo viel gebaut, saniert und rückgebaut wird, fallen Aushub und Abbruchmaterial an. Diese Wertstoffe sollen nach Möglichkeit wiederverwendet werden. Was nicht verwertet werden kann, muss fachgerecht in sogenannten Deponien Typ B in der Region abgelagert werden. Radmoos ist als geeigneter Standort im Richtplan festgesetzt, um den Bedarf an Ablagerungsvolumen für die Region Wil-Toggenburg zu decken. Für Radmoos sprechen die grosse Distanz zu bewohntem Gebiet sowie die Zufahrt zur Deponie über die Kantonsstrasse Gossau-Oberbüren, welche fern ab von Siedlungsgebieten direkt zum Autobahnanschluss Gossau führt. Der Standort erfüllt alle gesetzlichen Auflagen.

Auf einer Fläche von rund 19 Hektaren, welche vollständig in der Landwirtschaftszone liegen, sollen jährlich zwischen 50'000 bis 62‘000 Kubikmeter Abbruchmaterial und unverschmutzter Aushub abgelagert werden. Der Betrieb erfolgt in vier Etappen, die jeweils offene Fläche beträgt 4 bis 5 Hektaren. Die Betriebsdauer beläuft sich auf 20 bis 25 Jahre, der Start ist frühestens 2022/2023 geplant.

Die einzelnen Etappen werden nacheinander aufgefüllt, rekultiviert und ökologisch aufgewertet. Zu den geplanten Massnahmen zählen u.a. Hecken, Magerwiesen, Hochstamm-Obstbäume, ein Feuchtstandort und Einzelbäume. Die Landwirte erhalten ihre Fruchtfolgeflächen mit dem ursprünglichen Baumbestand wieder vollumfänglich zurück.

Offengelegter Tobelbach verbindet Hochwasserschutz und Naturschutz
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wasserbauprojekt: Der bislang eingedolte Tobelbach wird anfangs in neuer Linienführung auf einer Länge von 1‘000 Metern frei gelegt, das Bachbett und die Uferbereiche werden renaturiert. Damit lässt sich nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern auch die Qualität des Lebensraums verbessern. Der neue Gewässerquerschnitt kann zudem ein sogenanntes «Jahrhundert-Hochwasser» aufnehmen und ableiten.

„Mit Radmoos bietet sich die Chance, im Rahmen einer Deponieplanung ein Wasserbauprojekt umzusetzen, das nicht nur einen Mehrwert für die örtliche Flora und Fauna schafft, sondern auch zum Hochwasserschutz beiträgt“, sagt Martin Altherr, Geschäftsführer Brunner Umweltservice AG, „Alle Massnahmen orientieren sich daran, das Landschaftsbild mit den typischen Drumlins zu erhalten.“

Weitere Informationen zum Projekt Radmoos finden sich unter:
www.radmoos.ch                                                                                                                     

Faktenblatt-Deponieprojekt-Radmoos-2021
Nach spätestens 25 Jahren Betriebsdauer wird auch die letzte der vier Etappe rekultiviert und der Landwirtschaft übergeben. Bild: Faktenblatt Deponieprojekt Radmoos

Brunner Umweltservice AG

Die Firma Brunner Umweltservice AG in Flawil existiert seit mehr als 60 Jahren. Das Unternehmen versteuert im Kanton Sankt Gallen, beschäftigt 45 Mitarbeitende und bildet Lehrlinge aus. Es wird geprüft, einen Firmensitz in Gossau für die Deponie zu eröffnen.

Brunner Umweltservice AG, Flawil / MA