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Immo & Bau
11.10.2021

SBB-Sitterbrücke: Erster Abschnitt für Veloschnellroute

Visualisierung Sitterbrücke Bild: PD
Bis im Sommer 2023 werden der Brückensteg und die Zufahrtsbereiche für den Verkehr auf die notwendige Breite ausgebaut. Weitere Projekte sind bereits weit fortgeschritten und der Ausbau der Veloschnellroute entlang den Gleisen sind in Vorbereitung.

Gemäss dem Mobilitätskonzept 2040 der Stadt St.Gallen soll bis zum Jahr 2040 der Anteil des Veloverkehrs von vier Prozent auf acht Prozent verdoppelt und der Anteil der Fussgänger um einen Drittel gesteigert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, plant die Stadt attraktive, direkte, sichere und steigungsarme Routen, welche die Stadtteile untereinander sowie mit dem Umland verbinden.

Da die Verbindung von Winkeln nach Bruggen und Haggen eine wichtige Fuss- und Veloverkehrsroute darstellt, wird in den nächsten zwei Jahren der Gübsenweg inklusive SBB-Sitterbrücke verbreitert und gestalterisch aufgewertet. Damit wird ein erster Abschnitt der zukünftigen Veloschnellroute der Stadt und des Kantons St.Gallen von Winkeln bis ins Stephanshorn auf die notwendige Breite ausgebaut. Dies legt den Grundstein für eine attraktive Ost-West-Verbindung, die sich im Sinne einer grünen Achse gut in den Stadt- und Grünraum einfügt.

Gübsenweg-Verbreiterung

Das Projekt zur Verbreiterung ist unterteilt in die Verbreiterung des Stegs der SBB-Sitterbrücke sowie der beiden Zufahrtsbereiche West und Ost zur Sitterbrücke. Anfangs Oktober sind die Bauarbeiten gestartet: Der enge Brückensteg wird auf der Gesamtlänge von 209 Metern von zwei auf vier Meter verbreitert. Am westlichen Zufahrtsbereich wird der Gübsenweg von Westen herkommen zunächst in je einen separaten Radweg (3,4 Meter) und einen chaussierten Fussweg (2 Meter) unterteilt; die beiden Wege trennt neu ein dazwischenliegender Grünraum.

Im weiteren Streckenverlauf werden die separaten Fuss- und Radwege zusammengeführt und mit einer Breite von vier Meter bis zur Sitterbrücke fortgesetzt. Im ostseitigen Zufahrtsbereich wird eine grosszügige, in beide Richtungen befahrbare Velostrecke von vier Metern Breite erstellt. Die Velofahrer werden anschliessend in die Lehnstrasse geführt, welche als künftige Velostrasse geplant ist.

Der gesamte Streckenabschnitt wird auch künftig für Fussgänger und Velofahrer kombiniert begeh- beziehungsweise befahrbar sein (Ausnahme getrennter Abschnitt Gübsenstrasse und Sturzeneggstrasse Süd). Dank der Verbreiterung von Gübsenweg und Sitterbrücke ist künftig eine komfortablere und sicherere Durchfahrt möglich. Darüber hinaus werden Rad- und Fusswege sowie die angrenzenden Grünflächen mittels Grüngestaltung aufgewertet und ein attraktiver ökologischer Freiraum geschaffen.

Finanziert durch Stadt, Kanton und Bund

Das Projekt Verbreiterung Gübsenweg-SBB-Sitterbrücke ist Bestandteil des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee, über das sich der Bund an der Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturen beteiligt. Die Gesamtbaukosten von rund 5,3 Millionen Franken werden von Stadt (1,8 Millionen), Bund (Agglomerationsprogramm: 1,2 Millionen) sowie Kanton (2,2 Millionen) getragen. Ebenfalls ins Agglomerationsprogramm aufgenommen wurden weitere Schlüsselprojekte für die Veloschnellroute.

Weitere Schlüsselprojekte der Veloroute

Die geplante Veloschnellroute soll bis in den Zeitraum 2030/35 eine komfortable, sichere und schnelle Durchquerung der Stadt für den Pendler- und Freizeitverkehr schaffen und somit zur Erhöhung des Veloverkehrsanteils beitragen. Die Veloschnellroute ist hochwertiger als klassische Velowege, da sie möglichst vortrittsberechtigt als eigene Spur geführt und für maximal 30 Stundenkilometer ausgelegt ist.

Unter anderem geplant sind ein Tunnel für den Velo- und Fussverkehr zwischen Lokremise und Reitschule («St.Leonhardtunnel», Vorlage ans Stadtparlament voraussichtlich Anfang 2022), die Verbreiterung der St.Leonhard-Brücke für den Fuss- und Veloverkehr (Vorlage ans Stadtparlament voraussichtlich Sommer 2022) sowie ein Radweg entlang der Bahnlinie zwischen der Haggen- und Turnerstrasse mit getrennten Spuren für Velo- und Fussverkehr sowie einer Aufwertung des Grün- und Freiraums (Bauprojekt für 2024/25 geplant).

Ein Überblick über die verschiedenen Schlüsselprojekte des Velo- und Fussverkehrs gibt eine interaktive Karte www.stadtsg.ch/velonetz.

Kritik an langer Bauzeit

Der VCS sei befremdet von dieser «extrem langen» Bauzeit und erwartet eine bessere Berücksichtigung der Interessen des Fuss- und Veloverkehrs während der Umbauzeit.

pez/pd