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14.10.2021
15.10.2021 02:00 Uhr

Hunderte kontrolliert an Corona-Demo in Bern

Polizeikontrolle auf dem Berner Bahnhofplatz. Bild: Christian Zingg / Keystone-SDA
Kundgebungen – Gegnerinnen und Gegner der Corona-Massnahmen haben sich am Donnerstagabend in Bern erneut zu einer unbewilligten Kundgebung versammelt. Mehrere hundert Personen wurden gemäss Polizeiangaben vor Ort kontrolliert und bis am Freitagmorgen aus der Innenstadt weggewiesen.

Zahlreiche Personen seien zudem für Kontrollen in polizeiliche Räumlichkeiten gebracht worden, teilte die Kantonspolizei Bern in der Nacht auf Freitag mit.

Die Gegnerinnen und Gegner der Corona-Massnahmen hatten sich gegen 19.30 Uhr im Bereich des Bahnhofs versammelt. Sie schwangen Schweizerfahnen und skandierten "Liberté" (Freiheit), wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Manche führten brennende Fackeln mit sich. Demnach waren rund 200 Personen zugegen. Die Polizei sprach zunächst lediglich von einer "grösseren Personengruppe".

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Szenerie. Die Polizei rief Unbeteiligte per Lautsprecher immer wieder dazu auf, den Ort zu verlassen. Schliesslich umstellte die Polizei jene Personen, die sich nicht von der Versammlung entfernten. Die Demonstrierenden forderte sie auf, bei den Kontrollen den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten.

Erneuter Einsatz von Reizgas

Kurzzeitig setzte die Polizei Reizgas ein. Personen hätten die Kontrolle stören wollen, schrieb die Polizei am Abend auf Twitter. "Bei der Anhaltung eines Mannes mit Lautsprecherwagen, der die Stimmung einer zweiten Gruppe anheizte, kam es zu Angriffen und danach zu Mitteleinsatz", hiess es am späteren Abend.

Die Kontrollen hätten mehrere Stunden gedauert, schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung. Dabei habe die Polizei etwa jene, die für den Heimweg auf den öffentlichen Verkehr mussten, aufgefordert, sich aktiv für die Kontrollen zu melden. Zahlreiche Personen, welche trotz Wegweisung die Innenstadt und den Bahnhof nicht umgehend verliessen, müssen gemäss Mitteilung mit einer Anzeige rechnen.

Elf von zwölf Demonstrationen unbewilligt

Seit Anfang September gab es in Bern zwölf Demonstrationen und Aktionen vom Massnahmen-Gegnern, die vor allem gegen die Zertifikatspflicht protestieren und die Rückkehr zur Normalität fordern. Mit einer Ausnahme waren die Kundgebungen alle unbewilligt. Die Polizei setzte wiederholt Gummigeschosse, Reizgas und Wasserwerfer ein.

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (Mitte) hat nach offiziellen Angaben in den vergangenen Wochen unzählige Schreiben und Mails erhalten. Deren Inhalt sei zum Teil "massiv unter der Gürtellinie", erklärte Direktionssprecherin Alice Späh am Donnerstag auf Anfrage.

Sie bestätigte einen Bericht auf dem Online-Portal Blick.ch, wonach Drohungen gegen Nause und Angehörige von ihm bestünden. Die Kantonspolizei sei ins Bild gesetzt worden.

Keystone-SDA