Lokalsport
08.05.2019
04.01.2020 17:14 Uhr

"DIE NATIONALLIGA B IST KEINE OPERETTENLIGA"

Nach elf Jahren hat es die sogenannten „Unabsteigbaren“ nun also doch erwischt und der TSV Fortitudo Gossau muss in der kommenden Saison kleinere NLB-Brötchen backen. regioSPORT.ch hat mit Forti-Präsident Franz Würth zurückgeschaut und einen Blick in die Zukunft gewagt.

Seit dem Aufstieg in die höchste Handballliga wurde der TSV Fortitudo Gossau stets als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Doch die Fürstenländer belehrten ihre Kritiker über viele Jahre hinweg trotz Mini-Budget eines Besseren und konnte sich den Klassenerhalt fortlaufend sichern. Im elften Jahr der Zugehörigkeit zur Belleatge des Schweizer Handballs drehte sich jedoch das Blatt gegen Forti und der Abstieg wurde Tatsache. Wir haben mit Fortitudo Gossau-Präsident Franz Würth über die Geschehnisse gesprochen.

Ab welchem Zeitpunkt dachten sie nicht mehr an den Ligaerhalt? Franz Würth: Ich war weit bis in die zweite Halbzeit überzeugt, dass die Jungs das Blatt noch wenden können, als sie wieder mit zwei Toren dranwaren. Über die ganze Serie müssen wir aber anerkennen: GC Amicitia war besser und cleverer.

Was waren ihrer Meinung nach die Ursachen für den Abstieg? Franz Würth: Es gibt wie immer verschiedene Gründe; Verletzungspech, Unsicherheit rund um den Trainerwechsel, manchmal fehlendes Wettkampfglück und sicher da und dort mangelnde Qualität. Wir werden das intern noch detailliert analysieren und die notwendigen Schlüsse für die neue Saison ziehen.

Wird das Budget für die kommende NLB-Saison gekürzt? Franz Würth: Auch die NLB ist keine Operettenliga und stellt auch für diejenigen, die vorne mitspielen wollen, hohe Ansprüche. Wir werden mit dem gleichen Budget in die nächste Saison gehen.

Wird nun eine Liga tiefer weniger trainiert oder wird der Rhythmus der NLA beibehalten? Franz Würth: Der Trainingsumfang war für NLA-Verhältnisse am unteren Limit. Wir haben deshalb keinen Grund, weniger zu trainieren. Wir wollen die Chance nützen, uns wieder für höhere Aufgaben vorzubereiten.

Sie haben den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel angegeben, wird die Mannschaft dazu noch verstärkt? Franz Würth: Zunächst sind wir froh, dass das bewährte Gerüst (Graf, Mächler, Würth, Waldburger, Harder, Bucher, Lind) weiter zur Verfügung steht. Ergänzt werden sie durch Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen sowie noch einige gezielte Zuzüge. Wir informieren, wenn die Tinte trocken ist.

Vielen herzlichen Dank Franz Würth für dieses Interview und alles Gute bei der Mission Wiederaufstieg.