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Stadt Gossau
11.11.2021
11.11.2021 11:22 Uhr

Vernissage ausgebucht, Plätze am Adventsanlass

Das «Frauenspur»-Projektteam (von links): Brigitte Hollenstein-Gemperle, Annelies Egli, Marion Loher und Monika Walpen. Bild: gossau24.ch
Das Buch «Frauenspuren», das am 18. November erscheinen wird, stösst auf grosses Echo. Die Buch-Vernissage vom 17. November 2021 ist bereits ausgebucht. Plätze hat es noch am Adventsanlass vom Mittwoch, 1. Dezember 2021, um 19 Uhr in der Acrevis Bank.

Am Adventsanlass werden ebenfalls Frauengeschichten vorgelesen. Für die feierlich musikalische Umrahmung sorgt Alfred Noser. Die Platzzahl ist beschränkt, weshalb eine Anmeldung erforderlich ist,  und zwar an b.hollenstein@praxisnah.ch oder Telefon 071 385 82 10 erforderlich. Es gilt die 3G-Regel.

28 Geschichten über mutige Gossauer Frauen

Das Buch «Frauenspuren» ist das neueste Projekt der «Frauenspur Gossau» und zeigt anhand von 28 teils bisher unveröffentlichten Lebensgeschichten, wie vielfältig und mutig Gossauer Frauen im 20. Jahrhundert waren. Das Buch ist ab dem 18. November in der Buchhandlung Gutenberg in Gossau erhältlich.

Die Freude beim «Frauenspur»-Team ist gross. Endlich darf es sein neuestes Projekt in den Händen halten: Vor wenigen Tagen ist das Buch «Frauenspuren» erschienen. «Ich bin stolz, dass wir nun nebst der Webseite und dem Archiv ein weiteres historisches Zeitdokument haben, das das Schaffen von Gossauer Frauen festhält und würdigt», sagt Projektleiterin Brigitte Hollenstein-Gemperle. Im über 140 Seiten umfassenden Buch werden die Lebensgeschichten von 28 Frauen erzählt, die entweder in Gossau aufgewachsen sind, dort gewohnt oder gewirkt haben. Darunter sind bekannte Geschichten, wie die der Kunstmalerin Hedi Zuber oder der Frau «Tierli-Walter» Edith Pischl-Linder, aber auch solche, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Dazu gehören beispielsweise die Lebensgeschichten von Haubenstickerin Rosa Enzler-Wick, der Posthalterin Elsa Schöbi oder von Leonie Cilliers-De Martin, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einen geflüchteten Kriegsgefangenen heiratete und ihm später nach Südafrika folgte. «Es sind alles starke Frauen, die auf ihre ganz persönliche Weise Mut bewiesen haben», sagt die Projektleiterin. «Die eine hat beispielsweise als Alleinerziehende für ihre Kinder gekämpft, die andere als Witwe einen Betrieb weitergeführt und wiederum eine andere als Wohltäterin für die Randständigen gesorgt.»

Die Auswahl war die Herausforderung

Das Buch «Frauenspuren» ist das zweite Projekt der «Frauenspur Gossau». Passend zum Start ins Jubiläumsjahr «50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht Schweiz» wurde im Januar 2021 die Webseite frauenspur-gossau.ch aufgeschaltet, um das Schaffen vieler einheimischer Frauen aus dem 20. Jahrhundert sichtbar zu machen. 35 Spurensuchende hatten in den drei Jahren zuvor auf freiwilliger Basis Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, mit Töchtern und Söhnen, Verwandten und Bekannten geführt. Es wurde recherchiert und geschrieben, digitalisiert und archiviert. Mittlerweile finden sich auf der Webseite über 70 Lebensberichte und 700 Nachrufe von Gossauer Frauen und in der Frauendokumentation über 200 Zeitungsartikel.

Für das Projektteam war es denn auch eine der schwierigsten Aufgaben, aus den vielen spannenden Lebensgeschichten ein paar wenige für das Buch auszuwählen. «Wir hätten liebend gerne alle genommen, doch das hätte den Rahmen des Buchprojekts gesprengt», sagt Brigitte Hollenstein-Gemperle. Um die Auswahl einzugrenzen, wurden Kriterien festgelegt. So war es den Verantwortlichen beispielsweise wichtig, Frauen aus allen Lebensbereichen abzubilden und ausschliesslich Frauen zu nehmen, deren Lebenskreis sich schon geschlossen hat. Zudem sollten im Buch auch neue, bisher unveröffentlichte Geschichten ihren Platz haben. Ein Mehrwert gegenüber der Webseite sind auch die Spurensuchenden, die nach jedem Bericht in wenigen Worten schildern, wie sie die Recherche über «ihre» Frau, die Gespräche mit ihr oder den Angehörigen erlebt haben. Im Weiteren finden sich zwischen den einzelnen Geschichten Wissenswertes, Sprüche und teils skurrile gesetzliche Bestimmungen aus der damaligen Zeit.

Ab 18. November ist das Buch in der Buchhandlung Gutenberg in Gossau erhältlich (www.gutbuch.ch).

pd. / gossau24.ch