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Kultur
04.01.2026
04.01.2026 08:27 Uhr

"Der 5. Januar – der Montag unter den Arbeitstagen"

Stefan Häseli ist Experte für glaubwürdige Kommunikation und Kolumnist unseres Portals. Bild: zVg.
Unser Kolumnist Stefan Häseli unterstützt Leserinnen und Leser mit seinem Privat- und Business-Knigge: So gelingt die Kommunikation 4.0. Heute mit einem Veranstaltungshinweis.

Er naht. Der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Für die meisten dürfte es heuer der 5. Januar sein.
Kommunikativ ist dieser Tag durchaus etwas speziell. Ein guter Small Talk wird es richten:  „Gut ins neue Jahr gestartet?“ ist die diplomatisch-klassische und möglich-sinnvolle Frage. Sofern man die Frage auch ernst meint. Wer eine Frage stellt, muss sich auch innerlich für die Antwort interessieren.

Denn: Kaum jemand will dort um 07:00 Uhr wirklich hören, wie produktiv das neue Jahr beginnt. Wer am 5. Januar vor der 9-Uhr-Pause Sätze sagt wie „Ich habe schon 42 Mails abgearbeitet“, macht sich kommunikativ verdächtig.


Der wichtigste kommunikative Skill am 5. Januar ist deshalb Zuhören. Eine Nachfrage zu den erzählten Erlebnissen, ein Nicken, ein „Ja, ging mir auch so“ – mehr braucht es oft nicht.
Sofern – siehe auch oben – man es ernst in ganzer Präsenz meint. Gerade auch jetzt gilt: Beziehung first - Leistung kommt später. Der 5. Januar ist kein Startschuss, sondern ein vorsichtiges Aufwärmen. Wer das verstanden hat, startet entspannter ins Jahr. Beim Erzählen darauf achten: Weniger ist mehr. Ausführliche Ferienberichte, demonstrative Hochmotivation oder alle Details des Weihnachtsmenues inkl. den mehr oder wenigen konstruktiven Feedbacks der dortigen Gäste interessieren nicht wirklich alle bis ins Detail.

Gleichwohl dürften heuer hierzulande aber auch das tragische Unglück in Crans-Montana zu reden geben. Das soll, darf, muss und wird Platz haben.


Schlussendlich dann noch die immer wieder diskutierte Bonusfrage: Wie lange darf man sich „ein gutes neues Jahr“ wünschen? Im Sinne einer ungeschriebenen Ratgebercheckliste: Es gibt zwar keine offizielle Regel, sondern soziale Konventionen. Entscheidend sind Zeitpunkt, Häufigkeit und Beziehung.

Praktische Faustregeln zum Mitnehmen:

Bis 7. Januar: Absolut unproblematisch. Niemand rollt mit den Augen.
8.–15. Januar: Völlig ok, wenn man sich erstmals sieht oder schreibt. Typische Einleitung: „Ich weiss, etwas spät, aber trotzdem noch ein gutes neues Jahr.“
Ab Mitte Januar: Nur noch situationsbedingt sinnvoll – etwa bei einem erstem Kontakt im Jahr, formellen Beziehungen oder schriftlicher Kommunikation
Ab Februar: Kommunikativ eher archäologisch.

Und darum und von Herzen: auf ein neuerliches Wiederlesen auch in diesem Jahr, zu denen ich allen Lesenden alles Gute, schöne Momente und uns durchaus auch immer wieder wertvolle Texte wünsche.

Der Facility-Manager packt aus

Wenn Business zur Bühne wird: Kabarett rund um den Büroalltag
Messerscharf beobachtet, pointiert erzählt und herrlich komisch inszeniert: so lässt sich das neueste Bühnenprogramm des Schweizer Business-Kabarettisten Stefan Häseli beschreiben. Unter dem Motto „Der Facility-Manager packt aus“ bringt er den ganz normalen Wahnsinn des Büroalltags auf die Bühne. Was als kleine technische Panne beginnt, entwickelt sich zu einem furiosen Kabarett über moderne Arbeitswelten, Kommunikationswirrwarr und Management-Mythen.
Das Setting: Ein gestresster Facility-Manager bereitet die Bühne für einen renommierten Speaker vor. Kabelsalat, Click-Share-Probleme und ein panisch blinkender Beamer sorgen für erste Turbulenzen. Als der angekündigte Referent kurzfristig ausfällt, steht plötzlich der Mann für alle Fälle selbst im Rampenlicht – und nutzt die Gelegenheit, einmal richtig auszupacken… Es folgt ein Feuerwerk an Beobachtungen, das die Absurditäten des modernen Bürolebens entlarvt.
Mit feinem Gespür für Sprache und Körpersprache führt Häseli durch eine Welt voller Buzzwords, überforderter Teams und Kommunikationsfallen. Besonders treffend: seine Analyse der Du-Kultur mit Übergangsfrist, das Chaos hinter scheinbaren Optimierungsprozessen und der hilflose Versuch, jeder internen Mail eine „Message“ zu verpassen.
Der Facility-Manager – sonst die graue Eminenz im Hintergrund – wird zum Erzähler, Kommentator und tragikomischen Helden in einem Stück über den täglichen Wahnsinn zwischen Meetingräumen, Kaffeemaschinen und Change-Prozessen. Und das Publikum erkennt sich wieder – ob Führungskraft, Assistentin oder Ehemaliger mit Burnout-Vergangenheit.
Stefan Häseli, Kommunikationsprofi und vielfach ausgezeichneter Speaker, gelingt mit seinem neuen Programm ein Spagat: Zwischen tiefgründiger Kritik an Arbeitskulturen und entwaffnendem Humor trifft er den Nerv einer breiten Zielgruppe. Sein Auftritt ist nicht nur unterhaltsam, sondern ein Plädoyer für mehr Selbstironie, Achtsamkeit und echtes Zuhören in Unternehmen.
Aktuelle Aufführungen: 16.04.26 + 24.09.26 im Kleintheater Hauberhaus in Schaffhausen, 29.10.26 im Kulturhaus Gleis21 in Dietikon.
www.business-comedy.ch

Zum Autor

Stefan Häseli ist Experte für glaubwürdige Kommunikation, Keynote-Speaker, Moderator und Autor mehrerer Bücher. Als ausgebildeter Schauspieler mit jahrelanger Bühnenerfahrung schreibt er ganze Abendprogramme selbst. Dazu kommen Engagements in Kinofilmen, TV-Serien, TV-Werbespots und Schulungsfilmen. Er betreibt ein Trainingsunternehmen in der Schweiz. Häseli ist mehrfach international ausgezeichneter Redner und Trainer. Die Kommunikation in ihren unterschiedlichen Welten und die Details in der Sprache faszinieren ihn und prägten seinen beruflichen Werdegang. Er begeistert in seinen Fachartikeln und Kolumnen mit feinsinnigem Humor. 

https://stefan-haeseli.com/

Stefan Häseli, Kolumnist / jg
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