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Kultur
13.01.2026

Alter Silvester: Impressionen aus Waldstatt und Urnäsch

Die Zuschauermenge macht in Urnäsch den davoneilenden Silvesterchläusen den Weg frei. Bild: herisau24.ch / cv
Glockenklang, Zäuerli und kunstvolle Kopfbedeckungen prägen den Alten Silvester. Herisau24 war in Waldstatt und Urnäsch unterwegs und sammelte Impressionen dieses Brauches, der im Appenzeller Hinterland bis heute lebendig ist.

Dass im Appenzeller Hinterland der Jahreswechsel zweimal gefeiert wird, nämlich am 31. Dezember und am 13. Januar, hat historische Gründe. Sie gehen auf die Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 zurück. Im heutigen Appenzell Ausserrhoden wurde der julianische Kalender jedoch erst 1798 abgeschafft. Das Datum des julianischen Silvesters, also der «Alte Silvester», hat sich bis heute gehalten.

Impressionen aus Waldstatt

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  • Bild: herisau24.ch / Claudia Vamvas
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Impressionen aus Urnäsch

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Ein lebendiger Brauch

Am Alten Silvester ziehen die Silvesterchläuse in kleinen Gruppen, den sogenannten «Schuppeln», von Hof zu Hof. Mit Glocken, kunstvollen Kopfbedeckungen und einem Zäuerli wünschen sie ein gutes neues Jahr. Der Alte Silvester ist bis heute ein eindrücklicher Brauch, der viele Menschen ins Appenzeller Hinterland – und besonders nach Urnäsch – zieht.

Die verschiedenen Silvesterchläuse

Es werden drei Arten von Silvesterchläusen unterschieden: die «Schönen», die «Wüeschten» und die «Schö-Wüeschten». Die «Schönen» sind reich verziert. Ihre samtigen Hosen oder Röcke erinnern an eine Tracht. Sie tragen Masken mit roten Wangen. Ihre Hauben mit geschnitzten Figuren stellen Szenen aus dem täglichen Leben dar und sind mit unzähligen Glasperlen verziert. Mit den Vorbereitungen beginnen die Schuppeln meist schon im Frühjahr.

Auch die «Wüeschten» tragen aufwendige Kleidung aus Heu, Stroh, Tannenreisig und anderen Naturmaterialien. Dazu kommen furchterregende Masken. Die «Schö-Wüeschten» schliesslich sind eine Mischung aus beiden anderen Formen. So zeigt sich der Alte Silvester als lebendiger Brauch, der im Appenzeller Hinterland mit grosser Hingabe auch von der jüngeren Generation gepflegt wird.

Claudia Vamvas
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